Der nächste Engel, den mein Patenkind gemalt hat, hat ein Telefon in der Hand.

Telefone und Handys sind jetzt besonders wichtig geworden. Sie helfen uns miteinander in Kontakt zu bleiben. Vielen Menschen tut es gut in dieser Zeit, in der man nicht persönlich in Kontakt sein kann, auf ein offenes Ohr zu treffen. Es tut gut jemanden zu haben, mit dem man sprechen kann und der zuhört.

Wenn uns Menschen direkt gegenüberstehen ist es leichter dirket zu sehen und mitzubekommen wie es ihnen geht. In diesen Zeiten brauchen wir dazu eher ein aufmerksames Ohr.

„Gib uns Ohren, die hören und Augen, die sehen. Und ein weites Herz, andere zu verstehen“. Der Liederdichter bittet Gott um ein weites Herz. Er möchte verstehen, was andere umtreibt. Er möchte mitbekommen, was andere brauchen.

Es gibt wohl vieles, was Menschen jetzt gerade brauchen. Da ist ganz praktisch sicherlich die Einkaufshilfe bei Dingen, die sie zum täglichen Leben nötig haben. Aber Menschen brauchen auch noch mehr. Z.B. dass sich jemand Zeit nimmt.
Zeit, um hinzuhören und die Gelegenheit zu geben zu erzählen was sie beschäftigt.
Das ist das, was der Liederdichter mit dem offenen Ohr und dem weiten Herz meint. Das sind die neuen Wege, die wir in dieser Zeit gehen können. Gebe uns Gott das Herz dazu.

Hanke Ibbeken
Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Götterswickerhamm

(Foto aus: Kirche mit Kindern, Rheinischer Verband für Kindergottesdienst)

 

Telefonengel