Die Kirche trägt das seltene Patronat des heiligen Nikomedes und war ursprünglich Eigenkirche der Herren von Götterswick.

Der älteste Teil der Kirchengemeinde liegt in den Ursprüngen der Kirche in Götterswickwerhamm. Als Wahrzeichen im Bogen der Dammstraße des alten Rheindorfes Götterswickerhamm gelegen, kommt man an ihr auf dem Weg zum Rhein ohne zu ihr aufzublicken nicht vorbei.

Die Evangelische Kirche Götterswickerhamm hat, wie alle niederrheinischen Kirchen ein bewegtes Leben hinter sich, gekennzeichnet von Kriegen, Bränden, Zerstörung und Religionswechsel. Die Gründung der Kirche könnte in das 10. Jahrhundert fallen. Am 19. Mai 1003 erwarb der Kölner Erzbischof Ländereien in Goterswick und schenkte sie der Abtei Deutz, die vermutlich für den Bau einer Kapelle hier gesorgt haben wird.

Die heutige Kirche stammt in ihren ältesten Teilen aus dem 11./12. Jahrhundert und wird als einschiffiger romanischer Saalbau mit flacher Decke und in die Kirche einbezogenem Turm entstanden sein, den man um 1350 um ein Geschoss erhöhte. Erhalten davon sind noch der untere Teil des Turmes, die Rückwand und der Taufstein.

In ihrer etwa 1.000jährigen Geschichte hat es immer wieder Verwüstungen, Plünderungen, Brand und Zerfall gegeben. Nach jeder Zerstörung entstand die Kirche größer und schöner. Heute ist sie ein Buch der Kulturgeschichte in Backstein, Tuff und Holz. Romanik, Gotik und Klassizismus haben ihre Zeichen gesetzt.

Karl-Friedrich Schinkel, preußischer Oberlandesbaudirektor in Berlin und hochgerühmter Baumeister des Klassizismus, war persönlich an Planungen und Detailentwürfen beteiligt.

Interessant ist auch das Innenleben des Gotteshauses. Wertvollstes Relikt aus alter Zeit ist der aus Bentheimer Sandstein gehauene Taufstein. Es handelt sich dabei um eine flache Steinbütte auf gedrungenem Säulenstumpf mit 4 Löwenmonstren in den Ecken. Er stammt aus dem 12./13. Jahrhundert und gehört zu den ältesten im Umkreis.

Gotische Grabsteine aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Totentafeln und Ahnentafeln adeliger Geschlechter aus Götterswickerhamm und Umgebung schmücken die Wände der Kirche, ebenso zwei eiserne Visierhelme aus der Zeit des 30jährigen Krieges (die zurzeit als Leihgabe im Preußenmuseum in Wesel zu sehen sind).

Etwas Besonderes ist auch die in den Jahren 1993 bis 1995 restaurierte, historische Orgel als einzige spätromantische Orgel, die in unserer Gegend noch erklingt. Erbaut wurde sie 1933 von der Schwelmer Firma Faust.

Wie im Verlaufe der Geschichte so oft, ist die Kirche heute wieder einmal in ihrem Bestand bedroht. Nur umfangreiche Sanierungsarbeiten können die Kirche vor dem erneuten Zerfall - hervorgerufen durch Fäulnis, Schädlingsbefall oder unsachgemäß ausgeführte Arbeiten in der Nachkriegszeit - retten.

Zur Unterstützung der Kirchengemeinde hat sich der "Förderverein Baudenkmal Kirche Götterswickerhamm" gegründet, der im Lauf der letzten Jahre u.a. das Mauerwerk trocken gelegt sowie die Fenster, Böden und Außenmauern restauriert hat. Für die nächste Zeit ist ein neues Dach für die Kirche geplant.