…Nicht nur wenn wir irgendwo hinmüssen, wo wir noch nie waren, sondern auch auf den Wegen durchs Leben. Manchmal weiß ich, was morgen kommt, was nächste Woche dran ist ungefähr auf mich zukommt. Diese Sicherheit haben wir im Leben nicht immer und in dieser Zeit von Corona gerade schon gar nicht.

Wir wissen nicht, wie lange der Lockdown nun wirklich gehen wird.

Wir wissen nicht, wann alle geimpft sind und wann wir wieder unbeschwert zusammenkommen können. Das macht unsicher.

Die Erfahrung von Unsicherheit und den Wunsch zu wissen, wo es lang geht kennen Menschen in der Bibel auch. Der Psalmbeter in Psalm 25 schreibt: 

Herr zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige! Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich. Denn Du bist der Gott der mir hilft  und täglich harre ich auf dich.

Manchmal wünsche ich mir konkrete Wegweiser. Wie schön wäre das, wenn ich Gott fragen könnte wo es lang geht und im gleichen Moment bekäme ich  ein Hinweisschild: "Einmal links, zweimal rechts und dann bist du da, Krise überstanden, Ziel erreicht!" Aber so ist es ja nicht.

Wir müssen  unseren Weg finden und eben auch selber gehen. Aber der Psalmbeter vertraut darauf, dass Gott unsere Wege begleitet. Er begleitet alle Wege, die bekannten genauso wie die unbekannten, die mühevollen und die leichten Wege.

Auch wenn wir nicht genau wissen, wann sich für uns das Leben wieder ändern wird, aber bis es soweit ist, hilft mir der Satz des Psalmbeters:

Denn Du bist der Gott der mir hilft  und täglich harre ich auf dich.

Gott ist für mich da, nicht nur dann, wenn ich am Ziel bin und alles überstanden ist, sondern jetzt schon. Das hilft mir das Beste aus der Situation, wie sie nun mal ist,  zu machen -  für mich und auch für andere. So sieht Gottes Hilfe auch aus. Sie wirkt durch Menschen, die mir auf meinem Lebensweg begegnen und denen ich begegne.  Ich wünsche uns in diesen Zeiten das Vertrauen des Psalmbeters, dass wir auf unseren Wegen Gottes Hilfe suchen und finden können.

Amen

 

 

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