Unsere Kirchengemeinde unterhält vier Kirchenstandorte:

Evangelische Kirche Götterswickerhamm
mit Gemeindezentrum Götterswickerhamm und Friedhof
Dammstraße / Oberer Hilding 12

Kirche GöwiAn der Stelle der heutigen Kirche stand vermutlich als erster Steinbau eine romanische Saalkirche, deren Fundamente das heutige Mittelschiff gründen. Erbaut wurde sie wahrscheinlich durch die Edelherren von Götterswick. Im 13. Jahrhundert wurde sie umgebaut, nach einer Brandzerstörung von 1427 zu einer dreischiffigen gotischen Hallenkirche ausgebaut und erhielt ein Seitenschiff aus Backstein. Auf dem schwierigen Baugrund aus Schwemmsand ist bis heute der Kirchturm eine Schwachstelle, zumal Überflutungen immer wieder die Fundamente angriffen. Oftmals lag die Kirche im Gebiet von Kriegszerstörungen, die Dach und Fenster bis zur Unbrauchbarkeit des Kirchraums betrafen. War sie um 1650 nach dem spanisch-niederländischen Krieg wieder einigermaßen renoviert, drohte sie 1820 völlig einzustürzen und wurde geschlossen. Erst 1834 konnte eine von Grund auf renovierte und nach Plänen des preußischen Architekten und Leiters der preußischen Bauverwaltung Karl Friederich Schinkel im Grund neu durchgestaltete Kirche eingeweiht werden. Noch heute besticht ihre schlichte harmonische neugotische Innenausstattung, die dennoch die Geschichte deutlich bleiben lässt.

Die Notwendigkeit der Renovierung nach Feuchtigkeitsschäden bestand immer wieder, so zum Beispiel nach dem Jahrhunderthochwasser von 1926. Die größten Schäden richtete dann aber das Trommelfeuer der Alliierten im März 1945 an: Über 60 Granatvolltreffer zerstörten Turm und Kirchendach. Erst in den letzten Jahren konnte die Kirche, durch einen Förderverein unterstützt, wieder vollständig hergestellt werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Taufstein aus dem 13. Jahrhundert, einer der ältesten aus dem Rheinland. Im frühromanischen Stil aus Bentheimer Marmor gehauen zeigt er Spuren der Verwitterung. Löwen stützen das 1933 eingesetzte Taufbecken, das mit einer Schale verschlossen werden kann.

Der Kronleuchter, Grabsteine und Grabplatten,  die Kapitele und Helme aus dem 17. Jahrhundert sind weitere Sehenswürdigkeiten in der Kirche.

 

Evangelische Kirche Grünstraße
mit Pfarrhaus und Friedhof
Grünstr. 1 / Frankfurter Str. 355

Kirche VoerdeAls „kleine Kirche“ kennt man sie in der Regel. Sie bietet etwa 100 Menschen Platz und wird deshalb gern für Trauungen und Jubiläumsfeiern genutzt. Etwa 100 Mitglieder zählte die damalige Gemeinde, als am 4.12.1859 die Kirche eingeweiht wurde (1924 war sie auf 700 Mitglieder gewachsen). Sie entstand auf den Grundmauern einer viel älteren Kirche, die Genoveva Maria von Syberg 1704 auf dem hochwasserfreien Ufer des damaligen Rheinverlaufs neben der alten Straße von Wesel nach Duisburg erbauen ließ. Damals gehörte zu dem Ensemble von Kirche, Friedhof und Pfarrhaus noch ein kleines Schulgebäude, denn der Reformation war die Bildung der Menschen wichtig. Die alte Kirche wurde durch einen Brand zerstört. In neuerer Zeit war es der Krieg, der 1945 mit seinem Artilleriefeuer schweren Schaden am Kirchengebäude anrichtete.
Als eine von wenigen Kirchen schmückte den Kirchturm lange ein Kreuz mit einer aufgesetzten Taube aus der Geschichte Noah, Symbol der Hoffnung und des Friedens, das sich auch im alten Siegel wiederfindet.
Besondere Schätze sind die Abendmahlsgeräte Brotteller und Kanne aus dem 19. Jahrhundert, vor allem aber einer Kelch aus dem Jahr 1653 von der Familie Syberg gespendet, die man auf Nachfrage gezeigt bekommt.
Neben vielen Gottesdiensten für Jung und Alt lädt heute die Kirche zu Konzerten und Lesungen ein, in neuerer Zeit auch zu einem kleinen romantischen Weihnachtsmarkt rund um den Kirchturm.

 

Evangelische Kirche Möllen
mit integeriertem Gemeindezentrum im Kellergeschoss
Auf dem Bünder 23

Kirche MoellenEine hervorragende Akustik zeichnet die Möllener Kirche aus, wenn heute Konzerte von klassisch bis modern darin stattfinden. Das Mehrzweckgebäude lädt zu Gottesdiensten ein, doch bietet der sechseckige Kirchraum auch Platz für Ausstellungen. Im Untergeschoss trifft man sich beim gemeinsamen Frühstück bzw. beim Seniorentreff.

Das entspricht dem damaligen Anliegen, denn 1961 wurde die Kirch vollendet als „Wohnraum für die Gemeinde“, wie es in einer Festrede hieß. Ein Neubau war durch das Wachstum der Gemeinde notwendig geworden.

Früher hatte man sich durch die Hilfe der Bergwerksgesellschaft Walsum in der Notkirche im Beckedahlshof zum Gottesdienst versammelt. Dabei musste man sich mit der katholischen Gemeinde einigen und den Platz teilen. Die Architekten H. Stumpf und P. Voigtländer wählten Beton als Hauptbaustoff aus und gestalteten den Kirchraum wesentlich mit einer Wabenwand aus Einzelelementen, die viel Licht in den Raum lässt.

Übrigens: Die „Zieharmonikatüren“ im Untergeschoss der Möllener Kirche wurden einst in der Mercatorhalle, in Duisburg zeitgleich entstanden, gebraucht, fanden dann aber endgültig hier ihre Nutzung.

 

 

 

 

Ev. Gemeindezentrum Katharina-von-Bora-Haus
mit Familienbildungsstätte und KiTa Rönskenhof
Rönskenstraße 77

NGZ1Das Katharina-von-Bora-Haus wurde im Herbst 2018 eingeweiht und dient als zentrales Gemeindezentrum unserer Gemeinde. Unter einem Dach sind hier die Jugendarbeit, Gemeindegruppen, Chöre, das Gemeindebüro, sowie die Evangelische Familienbildungsstätte versammelt. In der Woche finden Schulgottesdienste der Grundschulen statt und der benachbarte Kindergarten kann im Innenhof sein Martinsfest feiern. Hier kommen verschiedene Generationen zusammen. Hier wird geturnt, gekocht, geredet, gegessen, gebetet, gesungen und gelacht.

Der Name Katharina von Bora erinnert an die Frau Martin Luthers. Sie war eine ehemalige Nonne, heiratete Martin Luther und war von seinen Ideen und Schriften beeindruckt. Sie führte den Haushalt, der in der Größe mit einem heutigen mittelständischen Betrieb vergleichbar ist. Zu ihrem Betrieb gehörten u.a. Viehzucht, eine Brauerei und Studentenunterkünfte usw.  Dazu bildete Katharina sich theologisch fort. Katharina und Martin Luther hatten zusammen sechs Kinder und kümmerten sich dazu noch um sechs Waisenkinder aus der Verwandtschaft. Am Tisch der Luthers wurde man nicht nur satt, sondern konnte auch intensiv über Gott und die Welt diskutieren.